Gefühle & Emotionen als innerer Kompass

Gefühle und Emotionen beeinflussen unsere Stimmung, unser Verhalten und unser gesamtes Empfinden. Wir alle meinen eine intuitive Vorstellung davon zu haben – doch sobald wir genau definieren sollen, was Gefühle und Emotionen sind, wird es schnell komplex. Deshalb möchte ich dir in diesem Blogbeitrag meine Perspektive näher bringen und dir zeigen, wie du bewusster mit deinen Gefühlen umgehen kannst.

Die Formbarkeit unserer Gefühlswelt

Dank aktueller Forschungen wissen wir heute: Nicht nur unsere Gedanken sind formbar, sondern auch unsere Gefühle. Diese Erkenntnis kann uns motivieren, schwierige persönliche Prozesse anzugehen und langfristige, nachhaltige Zufriedenheit zu erreichen.

Die Gefühlswelt wird oft mit einem „inneren Kompass“ verglichen, eine Metapher, die mir besonders gefällt. Wenn du in Kontakt mit deinen Gefühlen bist, weisst du intuitiv, wohin deine Reise gehen soll und was dein nächster Schritt sein könnte.

Was ist emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz bedeutet, die Fähigkeit zu besitzen, Gefühle anzunehmen und sowohl ihre Funktion als auch ihre Licht- und Schattenseiten zu kennen. Mit dieser Kompetenz kannst du dein Verhalten so lenken, dass du innere Zufriedenheit empfindest und wohlwollend mit deinen Liebsten interagierst.

Wichtig auf dem Weg der Entwicklung und dem Ziel, bewusst gesund zu leben, ist folgende Einstellung: Wir sollten Fehler nicht um jeden Preis vermeiden, sondern aus ihnen lernen und sie nicht wiederholen.

Die fünf Hauptgruppen von Empfindungen

Um mehr Klarheit in das komplexe Thema Gefühle und Emotionen zu bringen, orientiere ich mich an Vivian Dittmars Buch „Gefühle & Emotionen“, das ich dir wärmstens empfehlen kann. Sie hat eine praktische Gebrauchsanweisung geschrieben, in welcher sie folgende fünf Hauptgruppen von Empfindungen unterscheidet:

1. Körperliche Empfindungen

Zu den körperlichen Empfindungen zählen alle fünf Sinne: Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten und Hören. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Ausdruck jedoch meist dem Tastsinn vorbehalten, inklusive körperlicher Schmerz.

2. Biologische Programmierung

Als biologische Programmierung bezeichnet Vivian eine ganze Ansammlung von Gefühlen, die ihren Ursprung in unserer Tiernatur haben. Dazu gehören Triebe wie Hunger, Durst, sexuelle Erregung, Eifersucht, Gier, Neid, Muttergefühle, Verliebtheit, biologische Angst und Aggression.

Diese biologischen Programmierungen oder Instinkte können in unserem System die stärksten Empfindungen überhaupt auslösen – oft rein nach dem Diktat unserer Triebhatur, deren Anliegen häufig konträr zu dem sind, was wir gesellschaftlich, moralisch oder ethisch als angemessen betrachten. Ihre einzige Aufgabe ist es, unser Überleben zu sichern. Sie sollen uns nicht glücklich, tolerant, mitfühlend oder beziehungsfähig machen. Sie sollen uns einfach nur am Leben erhalten und dafür sorgen, dass wir uns möglichst effizient fortpflanzen.

3. Gefühle als soziale Kräfte

Im Gegensatz zu den biologischen Programmierungen haben diese Empfindungen durchaus die Aufgabe, uns beziehungsfähig zu machen. Da es sich bei ihnen um soziale Kräfte handelt, ist das sogar ihre Hauptaufgabe. Sie entwickeln sich später als die biologischen Programmierungen und sind bei Tieren nur ansatzweise zu finden.

Zu diesen Gefühlen zählt Vivian: Wut, Angst, Trauer, Freude und Scham. Gemeinsam bilden sie den Gefühlskompass, der uns dazu befähigt, angemessen mit allen Situationen umzugehen, die uns im Miteinander begegnen. Sie sind unsere Rüstung, um als Individuen mit der Welt und unseren Mitmenschen in Beziehung zu treten.

Die Unterscheidung von Gefühlen als soziale Kräfte und biologische Programmierungen ist ausserordentlich wichtig, um mit beiden – ihren unterschiedlichen Funktionen entsprechend – angemessen umgehen zu können.

4. Emotionen

Emotionen sind laut Dittmar ungelöste, angestaute Gefühle. Sie können „rein“ auftreten (z. B. reine Wut oder reine Trauer), aber auch vermischt. Sogenannter emotionaler Schmerz ist auf grosse Mengen angestauter Emotionen zurückzuführen. Emotionen sind Gefühle, die nicht gefühlt und daher auch nicht als Kräfte eingesetzt wurden.

5. Fähigkeiten oder Bewusstsein

Zu den Fähigkeiten oder Bewusstseinszuständen zählen Liebe, Mitgefühl, Hingabe, Annahme und Vertrauen. Vivians Erfahrung nach handelt es sich bei diesen sogenannten Gefühlen eigentlich um die Fähigkeit, uns in bestimmte Bewusstseinszustände zu versetzen. Wir können diese Fähigkeiten entwickeln, wenn wir uns dazu entschliessen.

Der Gefühlskompass im Detail

Diese fünf Hauptgruppen helfen dir dabei, Gefühle und Emotionen differenzierter wahrzunehmen. Deine innere Zufriedenheit hängt unter anderem davon ab, wofür du dich entscheidest – wir können Fähigkeiten entwickeln und erhalten.

Wut – die Kraft der Klarheit

  • Interpretation: „Das ist falsch“
  • Aufgabe: Handlung
  • Schatten: Zerstörung
  • Kraft: Klarheit

Trauer – die Kraft der Liebe

  • Interpretation: „Das ist schade“
  • Aufgabe: Annahme
  • Schatten: Passivität
  • Kraft: Liebe

Angst – die Kraft der Schöpfung

  • Interpretation: „Das ist furchtbar“
  • Aufgabe: Kreativität
  • Schatten: Lähmung
  • Kraft: Schöpfung

Freude – die Kraft der Anziehung

  • Interpretation: „Das ist richtig“
  • Aufgabe: Wertschätzung
  • Schatten: Illusion
  • Kraft: Anziehung

Scham – die Kraft der Demut

  • Interpretation: „Ich bin falsch“
  • Aufgabe: Selbstreflexion
  • Schatten: Selbstzerfleischung
  • Kraft: Demut

    Fazit: Wenn du fühlst, führst du dich selbst

    Das Verstehen und bewusste Wahrnehmen unserer Gefühle und Emotionen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem erfüllten Leben. Wenn wir lernen, unseren inneren Kompass zu lesen und die verschiedenen Aspekte unserer Gefühlswelt zu unterscheiden, können wir bewusster Entscheidungen treffen und authentischer leben.

    Welche Veränderung wünschst du dir? Mit meiner Beratung helfe ich dir, diesen Weg gemeinsam zu gehen. 

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    Möchtest du mehr zum Thema Gefühle & Emotionen erfahren? Dann reserviere deinen Platz für das kommende Gruppenevent. Darin gehe ich ausführlicher auf den Gefühlskompass ein und zeige dir, wie du mit deinen Emotionen arbeiten kannst.

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